Plattdeutsche Sprüche, Gedichte und Geschichten

Blogger 23. Januar 2019 Juli 1st, 2019 Inselgeschichte(n), Plattdeutsch, Rügen-Blog

Vorwort: Wie die Insel Rügen entstanden ist

(Eine Sage auf Plattdütsch, frei nacherzählt)

As uns`Hergott de Welt schaffen ded un all binah dormit farig wier, stunn he eenes Abends so kort vör Sünnenünnergang up Bornholm und keekt von hier ut nah de pommersche Küst röwer. Bi em leg de Muurerkell un de grode Moll, in de öwer man blot noch `n lütt bäden Ird öwrig wier.As he nu so öwer dat Water wegkiekt, schien em de Küst doch gor to kahl to sin. He namm dat Letzt ut de Moll un klackt dat von Bornholm ut an de Küst ran. So ungefihr ne halwe Miel vörto feel de Klack int Water. Uns`Herrgott fohrt glieks noch ees mit de Kell an den Kanten entlang und makt em nah buten hübsch rund un glatt.

Intwischen wier de Sünn äwer binah  ganz unnergahn. De Herrgott will Fierabend maken un so kratzt un schrapt he noch fixing alls tosamen un klackt dato ok noch an de Insel ran.

Un so war Schluß mit schön bäden blank und schier an de Küst, so bliewen de Klacksens rundum lägen und so entstünn de Halwinseln Jasmund, Wittow, Mönchgaud, Zudar und Ummanz um dat Mudland herum.

Uns Rügenland

De Heimatsiet för de Muttlänner

Jä, dat is’n narrschen Nam, mannich? Ümmer wedder fragen de Frömden, wat he bedüden sall. Ick müd gestahn, dat ick as ollen Rüganer, in mine Kinnertied det Wurd nich ees hürt heww. Irst a sick up de Präparandenanstalt un up dat Seminar keem, säden se to mi: „Ach, du büst von Muttland“!

Weck Lüd behaupten, dat de Nam blots för dat rügensche Festland gellen deet. De Inwahners von uns rügensche Halwinseln räken sich jo nicht to Rügen. Wenn de Wittowschen un Jasmundschen sommers in‘ Wäder kiken, denn seggen se: „Dat Gewitter treckt nah Rügen räwer.“. Aewer mit de Tied is disse Nam doch för ganz Rügen in Upnahm kamen. Un wat he bedüden deet, will ick hier vertellen.

De Nam kümmt her von den Schwien-Mudder. De Plattdütschen up’t Festland seggen dorto „Sääg“ –wie up Rügen seggen „Mutt“ dorto. Wur olt de Nam is, weet ick nich. Rügen hett ja ut de Schwedentied so väle olle Würd äwernahmen – is möglich, dat he ut diesse ollen Tieden stammt. Un‘ dorüm seggen se to uns „Muttlänner“.

Kennt Ji da tolle Balldriewer-Spill, wat wi as Jungs mit grode Begeisterung spält hebben: wur de Driewer eenen Ball in‘ ne Kuhl drieben mütt, un alle annern Jungs mit’n groden Schacht ümmer wedder dormang kamen? Up’t Festland seggen se dorto „Kuhlsääg“ – wi up Rügen hebben ümmer „Kuhlmutt“ spält.

„Rührüm, rüh üm, de Grütt brennt an – dor kümmt de Kirl mit de Kuhlmutt an.“

So süngen wi to Anfang von dat Spill. Jeder steek sinen Schacht in de Kuhl rin, alle güngen rundherum, un denn mit ees müßt sich jeder sine lütte Kuhl rundherum in den Kreis söken un dor sinen Schacht rinstäken. Wer keen Loch mihr finnen kunn, de müßt de Kuhlmutt drieben. Dor hebben wi dat olle Wurt „Mutt“.

Uns‘ Jungs von hüt kennen dat olle Spill nich mihr. Hüt spälen se Hockey, wat jo ok nich väl wat anners is. So, nu weeten Ji, wur de Schnack Mutlänner herkümmt. Un weil de Mutt dat Muddertier is, känen Ji, wenn Ji willen, jo ok Muttland mit Mudderland äwersetten.

Uns schönes Muttland is uns Mudderland. Dat willn wi leewhebben un in Ihren hollen. Un alle Muttlänner freugen sich nu ganz bannig, dat uns‘ O-Z nu tweemal in`t Mond na Möglichkeit `ne Heimatsied rutbringen will, un wünschen, dat dit Kind god to Welt kümmt!

Datt hett noch Tied

Jochen Möller is krank, dat geiht em heel leeg. Dor sett sein Swester sick up de Bahn un föhrt henn nah em – he is jo so alleen in de Stadt.

„Worüm hest dinen Mann nich mitbröcht?“, frögt Jochen.
„Ooch“, seggt sien Swester, „he kann nich afkamen – wi sünd jo meren in de Aust. Wi hebbt afmakt: he kümmt denn to din Gräffnis.“.

(Aus: Dat plattdütsche Lachen, Schwerin 1970)

Anekdote über Erich Kästner

Erich Kästner sagt man nach, er hätte folgende Inschrift für seinen Grabstein verfasst, die aber nie zur Ausführung gelangte:

„Lieber Leser, hier ruhen meine Gebeine.
Mir wär es lieber, es wären deine!“

Plattdeutsche Geschichte über Kolumbus

Plattdütsch Verteller: „Klumbumbus“

Dar weer mal – dat is nu woll all dusend Johr her – ´n Koptein, de heet Klumbumbus, un de kunn Eier stahn laten.
Ens Dags sächt de König von Spanien to em: „Du, Klumbumbus, gah mal he nun entdeck mi mal Amerika.“
„Dat will ick woll doon“ sächt Klumbumbus, „ denn musst du mi äwer dree Schipp gäwen!“
De gääf em de König, un dar seilte Klumbumbus los.

Na Stucke söß Weeken sä`n de Schippslüe to Klumbumbus: „Sünd wi denn ümmer noch nich in Amerika?“
„Nee“ sächt Klumbumbus, „dat Ei steiht noch nich.“
Na acht Dagen keemen se wedder: „Wi hefft nu keen Lust mehr, wo lang schall dat noch duern, dat wi in Amerika sünd?“
„Tööft man noch `n beten, dat Ei steiht ümmer noch nich“ sächt Klumbumbus.
Up eenmal reept de Schippsjung van baben ut den Mastkorf:“ Land! Land!“

„Dschä“ sächt Klumbumbus, „nu steiht dat Ei ook.“
Un as se an Land gungen, dor keemen veele swarte Minschen anlopen, un Klumbumbus frag se: „Is dat hier Amerika?“
„Dschowoll“ säch`n de Swaarten.
„Denn sünd ji woll Niggers?“
„Dscho, wi sünd Niggers. Un denn büst du woll Klumbumbus?“
„Dat bün ick“ sächt Klumbumbus.
Dor keeken sick de Swaarten an un sänn to `nanner:
„Denn helpt dat nich, denn sünd wi entdeckt.“

(Aus: dat plattdütsche Lachen, Schwerin 1970)

Plattdeutsche Geschichten von Alfred Haas

Der Volkskundler Alfred Haas, 1860 in Bergen auf Rügen geboren, war ein unermüdlicher Sammler von Sagen, Geschichten, Volksbräuchen und Ortsnamen. Besonders mündliche Überlieferungen, an Ort und Stelle notiert und in originaler Mundart festgehalten, machten ihn zu einem überragenden Feldforscher für die Geschichte Pommerns.

Aus seinen „Schnurren, Schwänke und Erzählungen“ von 1899 sei hier folgende Geschichte wiedergegeben:

Altefähr ist ein Kirchdorf im Südwesten der Insel, gegenüber der Stadt Stralsund gelegen. Die Bewohner von Altefähr vermitteln seit den ältesten geschichtlichen Zeiten die Fährverbindung mit der Stadt Stralsund; daher stammt der Name dieser Ortschaft. Sprichwörtlich sagte man auf Rügen: „Dat liggt noch nich in‘n Ollföhrschen Strom“ oder: „Dat is noch nich in‘n Ollfährschen Strom follen“, soll heißen: es ist noch nicht alles verloren. Wenn jemand sehr müde ist, so sagt man wohl von ihm:“ Hei is so möd, as wier hei nah Ollfähr gahn“.

Schon im Jahre 1846 ging man mit dem Gedanken um, eine Dampffähre zwischen Altefähr und Stralsund einzurichten, aber erst 15 Jahre später kam der Plan zur Ausführung. Der damals beschaffte Dampfer „Altefähr“, welcher im Volksmund „die Flunder“ hieß, hat bis zum Jahre 1894 als Fährdampfer gedient, dann wurde er von den Fährleuten verkauft. Über diesen Dampfer und über die zum Teil sehr primitive Omnibusverbindung mit Pferdewagen zwischen Altefähr und Bergen auf Rügen entstand in den siebziger Jahren das folgende Spottlied:

„Von Stralsund, seggt he, nah Ollfähr, seggt he, geht’n damper, seggt he, he nun her.

Von‘t oll Ding, seggt he, is grot Geschrei, seggt he, alle Oogenblick, seggt he, is’t intwei.

Von Ollfähr, seggt he, bet nah Bargen, seggt he, geht’n Bummler, seggt he, he nun her.

För acht Gröschens, seggt he, führst du hen, seggt he, un torüch, seggt he, is noch bi.

De dor in sünd, seggt he, dat sünd Aopen, seggt he, un de Kutscher, seggt he, is besoapen.“.

(Hat Dir die kleine Geschichte gefallen? Hier findest Du weitere Erzählungen von Alfred Haas.)

Die Nachtigall ist eine verwünschte Schäferin

Die Nachtigall ist eine verwünschte Schäferin. Als sie noch in menschlicher Gestalt auf der Erde wandelte, hatte sie einen Geliebten, der hieß David. Diesen pflegte sie noch jetzt alle Morgen, kurz vor Sonnenaufgang, aus dem Schlafe zu wecken, damit er seine Herde rechtzeitig ins Freie treibe.

Sie ruft dann:
„David, David
nu is`t Tied, is Tied, is Tied!
Stah up, stah up!
Hurtig, Hurtig to Bucht, to Bucht, to Bucht!”

Durch die letzten Worte wird der Hund des Schäfers, welcher Hurtig heißt, aufgefordert, „to Bucht“ – also in den Stall zu gehen – und die Schafe heraus zutreiben.

(Aus: „Schnurren, Schwänke und Erzählungen von der Insel Rügen“ von Dr. A.Haas, 1899)

Der Pastor und der Bürgermeister

Dor was ees mal een Paster, de besöcht eenen Schwerkranken, ümem to trösten. as se nu beid`int Vertellens kamen wieren, säd de Kranke to`n Paster, em härr de letzte Nacht drömt, he wier storben, un dor wier he an de Himmelsdöhr kamen un Petrus härr em frocht, wer he wier un wat he wull. He härr antwurt`t ob wol de Paster so un so all dor wier, un dorbihärr he den Pastor sinen Namen nennt. Äwer Petrus härr seggt, in`n Himmel wieren äwerhaupt keene Pasters.

Äwer disse Red`argert sich de Pastor natürlich nich wenig. He stunn baff up un ging furt. As he int Wirtshuus kemt, truff he dor den Burgemeister un vertellt den, wur em dat gahn wier. Dohn ging de Burgemeister nah den Kranken hen un fohrt em hart an, wur he den Paster so wat seggen künn. „Je“, säd de Kranke, „he het mi jo nicht to Enn vertellen laten.“.

„Na, wat is denn noch wiere passiert?“, frog de Burgemeister – De Kranke säd, „As ick in`n Himmel nich rinladen würd, ging ich nah de Höll, un als de Düwel mi ankamen seech, begrüßt he mi all von wieden as ollen Bekannten un makt mi de Puurt (Pforte) glieks apen. As ick intreden wier, seech ick dor`n Stohl stahn un dacht so bi mi: „Dor kannst du di jo `n bäten verpusten, denn ick was von den wieden Weg sihr möd`worden. Mit een Mal äwer kreeg ick `ne bannige Uhrfieg (Ohrfeige), un de Düwel schull up mi los: Wur kannst du di up din Burgemeister sinen Stohl setten!“.

Dohn harr de Burgemeister ok sin Deel wech un kunn jo nu ok afgahn.

Wat sall dat!?!

Korl un Krischan stohn an`n Haven un vertell sick wat.

Dor fallt dor dicht bi jem een nu in`t wadder rin. He paddelt bannig un bölkt: he mutt versupen!!

Korl un Krischan lod sick nich stöern. De anner bölkt ümmer wieder.

Toletzt ward Korl de Sok to bunt.

„Wat is den los?”, röpt he.

„Ick künn nich swemmen!”, röpt de anner.

„Och wat“ seggt Krischan,„wie könt ok nich swemmen, äwers wi bölkt doch nich so!“.

Wiedergefunden, aufbewahrt und weitergegeben

Auf einer meiner Erkundungsfahrten, vorwiegend solo, ganz und gar unabhängig und nur meinem ICH folgend, besuchte ich vor Jahren die Stadt Quedlinburg im Harz.

Seit meinem Studium der frühen mittelalterlichen Stadt verbunden, gingen mir hier regelrecht „das Herz auf“ und die Augen über. Diese Stadt ist ein Wunder.

Und steht auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste ganz weit oben, aber das ist ein anderes Thema.

Ich wohnte im „Vorhof zur Hölle“. Direkt am Markt in einer kleinen Pension. Mein Haus war quasi meine Wohnung, wie das so ist in Quedlinburg.

Um dorthin zu gelangen, musste ich durch eine Schlüppe, ein enger Durchgang als Verbindung zweier Straßen und immer an einem Antiquariat vorbei, und immer hinein, versteht sich. Und immer gestöbert, gesucht, gesammelt und mich gefreut über dieses herrliche, alte Sammelsurium an Schriftstücken aller Art.

„Mien leev Rügen“ – Plattdeutsche Gedichte und Kurzgeschichten von Bernhard Trittelvitz

Und da finde ich Bernhard Trittelvitz und sein schmales Büchlein über Rügen. Herausgegeben von der Evangelischen Verlagsanstalt GmbH. Berlin 1981.

„Mien leev Rügen“. Heimat im Harz, ein Geschenk besonderer Güte.

Wer war Bernhard Trittelvitz?

Geboren als Sohn eines Pfarrers kam er 1882 (mit drei Jahren) auf die Insel Rügen und wuchs in Rappin auf, in Putbus ging er zur Schule.

Das Leben im Pfarrhaus und die Landschaft der Insel Rügen prägten ihn so nachhaltig, dass er immer wieder – ob als Arzt im Saarland oder im hohen Alter als Ruheständler – hierher zurückkehrte.

In seinen Büchern wurden immer die Menschen der Insel und ihre Lebensweise in den Mittelpunkt gestellt und selbstverständlich wurde immer in plattdeutscher Mundart erzählt.

Und immer aus gottverbundener Sicht, der Liebe zu seiner Insel verpflichtet.

De sülvern Speigel

Schöön is de Welt, dat`s gar kein Fraag,
denn uns oll Herrgott hett eer schapen.
Un wiert ok nich in söven Daag,
he hett doch allens richtig drapen.

Sü, dusend Joor sünd vör em as een Dag!
Hei steit noch midden in sein Arbeit in,
da is keen Land, da is keen Flach,
wur een nich Gottt in seen künn.

Ik see em ümmer, wenn ick so as hüt
an mien leev Ostsee staan do.
Dar seech ick em all mien Jugenstiet
un`t wier mi so,as keem he up mi to.

Hüüt is de Luft so still un kloar,
bloots dat de  Dünung lies an`t Över sleit.
De See lieggt as en sülvern Speigel doar,
in den sik Gott in speigeln deit.

Bernhard Trittelvitz (1879 – 1969)

Twee Aart Rügen

Veel Frömde kamen jedes Jaar
nah Rügen he nun baden dar
in Water, Luft un Sünnenschien
un reisen wedder na Berlin.

Dar snacken se denn öwerall
von „Sturmgebrus“ un „Wogenprall“,
von „himmelhogen Kreidefels“,
von dulle Pries un düre Hotels
un von den Ball in `n Strandpavillon,
denn de wier`t Schöönste von de Saison.

Ik stah darbi un hür dit all
un weet nich, wat ik seggen sall.

Denn mien leev Rügen is nich so.
Dat is en lütt Huus, un Dack is von Stroh.
Vör de Döör liggt de Hund und speelt mit uns Katt,
un Mudding steit an´t Botterfatt.

Up`n Meßfaal lacht de Sünnenschien,
dar kratzen de Höner, dar wöölt uns Swien,
un up den Telefondraat sitt lütt Swölk
un singt eer Tütelütt.

Doch wiet, wiet wech,
bi Hiddensö
blänkert de grote,
wille See.

Un darmit müßt du di bescheiden,
süs hebben wi nix antobeiden.

Dat is nich väl,
doch bün ick fro,
dat ick von Rügen
stammen do.

Bernhard Trittelvitz

“Dat plattdütsche Lachen“

Hans Balzer, 1970

Schauster Liermann bringt morgens Stebel noh sien Kunden. „Wat is dat denn?“, sächt Buer Koorl, „Se bringen mi jo eenen swatten un eenen brunen!“. „Na, dat verstoh ick nich, sächt de Schauster, „ick bün jo woll rein verhext! Dat hett min Slachter Schmidt hüd morgen ook all seggt.“.

Wat so ´n Buer alls denkt

Buer Krischan is to Stadt führt, un as he sin Gäng besorgt het,

dammelt he noch so`n bäden dörch de Straten.

So kümmt he ook an den Conditerladen, wur`n Papagei int Schaufinster steit.

„Herre nee, wat förn Diert!“ denkt uns Bur un bliewwt stahn.

„Wur bunt dat Diert utsüht, un wur schnaksch he sich het!“

So wat härr Krischan noch nie nich sehn, un wiehl`t nicks kosten dehr, bleev he ruhig stahn und freugt sich, wur dat Diert doch abellschen dehr:  mit`n Schnabel kunn dat klarrern (klettern) un den Zucker nehm dat mit de Poot, grad as wenn`t n Miensch wier.

Toletzt kloppt Krischan ees mit`n  Stock an`t Finster.

Dat äwer wors den Papagei to väl.

He lät den Zucker fallen un reept: „Schapskopp, Schappskopp!“

Uns Buer wars ganz verblüfft. He truck sinen Hot von`t Kopp un säd bescheiden:

„Ach entschuldigen Se, ick häw dacht, Se wier`n Vagel…“

En Dagelöhner is swer krank, he hätt to väl in de Buddel kiekt, nu nimmt hei dat Abendmahl.

De Preester läs`t em nu vör in den Bichtersermon: „Dort oben sehen wir uns alle wieder.“.

Dor fröggt de oll Kranker: „Minen Broder Jochen ok?“.

„Tschäwoll doch!“.

„Minen Broder Krischan ok?“.

„Jo, dän ok!“.

„Ach Herr Paster, denn weet`k `n Aelend, denn dann geiht de Superie wedder von vörn los!“.

In`Goden

En feinen Herrn mit`n Unriepen op`n Kopp un een Glas in`t rechte Oog steiht an`n Haoben un pliert na en Schipp röwer.

De frocht Hein Hecht, de dor ook grod rumsteiht: „Ach, sagen sie mal, lieber Mann, wie ist eigentlich der Name des Schiffes da drüben?“.

Hein kiekt den feinen Klauer von boben bit ünnen an un denn bölkt hei los: „Lod mi doch tofreden, du Maioop! Kannst diene Oogen jo man opkneupen, hest jo dree Stück in`n Kopp!“.

De Herr sächt nix mier, kickt Hein groot an, dreiht sick af un geiht wedder.

Äwers Een, de bi em stunn, mit en Spint op un en Glas in`t linke Oog, de geiht an Hein ran un sächt: „Sagen Sie mal, sind Sie immer so grob? Sie wissen wohl nicht, wen Sie eben vor sich hatten? Das ist Seine Hoheit der Herzog von Gerolstein!“.

„Wat?“ röpt Hein „een Herzog is dat? Na, denn man to! Denn is ja man een Glück, dat ick em dat in Goden sächt heff!“.

Taach.

„Vun Se kööp ick keen Fleesch wedder!“, sächt Frau Möller.

„Dat Beefsteek Sünndach wier to taach west – dat harr ick as Soolen ünner den Scho nageln künnt!“.

„So?“ meent de Slachter veniensch. „Dat haarn Se denn man doon sülln.“.

„Jo“ sächt de Möllersch, „dat güng man nich: de Nagels güngen nich dörch!“.

Pogg un Kreih

De Kreih find mal en Pogg. De sett sick op de Achterbeen un pust ehr in de Ogen. De Kreih is eers ganz verschüchtert, äwer denn happst se to un bitt den Pogg den Kopp aff un röpt: „Wat seggst äwers nu?“.

Professer

Dor is mal‘n gelehrten Professer weest, de hett twee Bröders in sin Schaul häbt, dat sünd`n paar Twäschen (Zwillinge) weest, de hebbt sik so ähnlich seihn as een Ei dat anner, un he hett ehr sin Dag nich een von anner kennen kunnt.

Nu is een von de beiden Bröders dot bläven.

Un as de anner do weller in de schaul kümmt, dor secht de Professer to em: „Hör mal min Jung, büst du dat, de dot bläven is, oder is din Broder dat?!“.

Was denkt Ihr? Schreibt es uns!