Der neue Rügen-Blog ist da!

Blogger 19. Januar 2018 Juli 12th, 2018 Blog ist fertig, Göhren, Rügen-Blog
Traumausblick im Ostseebad Göhren auf der Insel Rügen vom Speckbusch mit Kirche über die Halbinsel Mönchgut

Rügen-Blog geht online!

Unglaublich, aber wahr. Endlich ist es geschafft. Unser Reiseblog über die Insel Rügen ist zum Leben erweckt. Wir können es selbst noch gar nicht ganz glauben.

Es war doch aufwändiger als gedacht. Aber eine gute Webseite erstellt man dann doch nicht einfach so über Nacht.

Wir wollten unseren Rügen-Blog schon vor Wochen – was sag ich, vor Monaten – veröffentlichen, kontinuierlich interessante und liebevoll geschriebene Beiträge posten oder zahlreiche Bildergalerien über Mönchgut und die Ostseeküste anlegen. So ist das halt. Tage und Monate vergingen während man hauptsächlich mit anderen Projekten – vor allem mit der Arbeit, die für den täglichen Lebensunterhalt erledigt werden muss – beschäftigt war.

Doch wollt Ihr wirklich die ungeschönte Wahrheit hören? Hinter die Kulissen des Entstehungsprozesses blicken? Wissen, wie unser Blog zu guter Letzt das Licht der Welt erblickte?

Der lustige, doch augenscheinlich stark subjektiv gefärbte Erfahrungsbericht unseres überarbeiteten Webdesigners gibt Aufschluss über die Geschehnisse des letzten Jahres:

Entstehung unseres Reiseblogs – Die ungeschminkte Wahrheit

Reflektionen des Erbauers

Zwar quälte mich das schlechte Gewissen, aber ich hatte einfach keine Zeit oder keinen Nerv für die Gestaltung einer neuen Webseite gefunden. Das ist ein simpler Grund, aber er ist wahr. Ich hatte keine Kraft mehr, keine Energie, mehrere Wochen Marketingschulung in Berlin forderten ihren Tribut und außerdem: Der Sommer stand vor der Tür – auch das noch. Das hatte mir gerade noch gefehlt.

Wer die Insel Rügen zu dieser traumhaften Jahreszeit kennt oder gerne an kilometerlangen, feinsandigen Stränden bei 30 Grad in die kalten Fluten der Ostsee springt, kann mein Dilemma verstehen und weiß, welch hoffnungsloses Unterfangen ich mir selbst auferlegt hatte. Von den zahlreichen Beachparties wollen wir gar nicht erst reden… Sagen wir es so: Meine Gedanken beschäftigten sich damals einfach mit „wichtigeren Dingen“. Mein Vorhaben für den Bau eines Rügenblogs schien schon früh zum Scheitern verurteilt.

Zuhause, bei meinen Eltern im Ostseebad Göhren, sah die Welt jedoch schnell wieder anders aus. Die Umgebung erinnerte mich pausenlos an unser Webseitenprojekt. Alles um mich herum hing irgendwie damit zusammen. Doch nicht nur das, auch an die Webseite unserer Ferienwohnung „Zum alten Pfau“, die noch ganz und gar nicht meinen Vorstellungen entsprach, musste ich ständig denken. Überall auf der Insel Rügen sah ich zudem neue Foto-Motive, die ich dank einer NIKON 3200d für immer ins digitale Online-Gedächtnis einspeisen könnte. Ich hatte so viele Best Practice Beispiele für tolle Blogs gesehen und daraus eine Vielzahl an eigenen Ideen entwickelt, diese zuhauf gesammelt und in meinem Gehirn gehortet, mich aber letztendlich nicht entscheiden können. Dank meiner stetig wachsenden Fähigkeiten im Webseitenbau war einfach zu viel möglich geworden und während ich die faszinierende Vielfalt des Webdesigns mit all ihren potentiellen Möglichkeiten erkundete, rückte der Tag der versprochenen Fertigstellung immer näher.

Colter drehte sich um und rannte und rannte.

„Hart auf Hart“ von T. C. Boyle– Carl Hanser Verlag ¹

Mir rann die Zeit für die Realisierung unseres Reiseblogs unaufhaltsam wie Sand durch die Hände. Der Druck auf mich wurde größer. Jede Person in meinem sozialen Umfeld war mittlerweile zu einem potentiellen Gefahrenherd für die schnelle Enttarnung meines miesen Zeitmanagements geworden. Ich mied den Kontakt. Zu allen. Jeder von ihnen war schließlich auf irgendeine Weise in das Projekt involviert und musste gewusst haben, wie weit ich dem Zeitplan hinterherhinkte.

Verlassenes Gebäude an der Selliner Steilküste auf der Insel Rügen - Vergessene Orte auf Deutschlands größter Insel an der Ostsee

Mir kam es jedenfalls so vor als schienen sie etwas zu ahnen oder zumindest mehr über den aktuellen Stand der Dinge erfahren zu wollen, auch wenn sie sich nichts anmerken ließen.

Doch ich sah ihnen die unterdrückten Fragen in ihren Gesichtern an – „Was ist eigentlich aus der Idee eines Rügen-Blogs geworden? Wie kommst Du mit der Umsetzung voran? Brauchst Du Hilfe? Können wir was machen?“ – und konnte ihren antwortsuchenden Blicken nur wenige Sekunden standhalten.

Oft ergriff ich die Flucht und suchte nach einer Eingebung an den entlegensten Orten der Insel Rügen.

Retrospektiv betrachtet muss ich die Grenzen ihrer Belastbarkeit bis aufs Äußerste ausgereizt haben, denn selbst meine Mutter hatte – während unserer letzten Zusammenkünfte in Göhren – mehrmals behutsam und vorsichtig nachgefragt, was denn nun mit dem Blog sei, aber ich hatte sie jedes Mal vertrösten können. Zu tun gab und gibt es schließlich genug, das wusste sie doch auch. Auf Arbeit in meiner Werbeagentur hatte ich in den letzten Monaten ständig an Webseiten gearbeitet: Angefangen von der Beratung und Konzeption über die Keyword- und Konkurrenz-Analyse bis hin zur Entwicklung, Gestaltung und Suchmaschinenoptimierung sowie Social Media und Kundenbetreuung, alles hatte ich abgedeckt. Das Thema Webdesign und SEO hing mir schon fast zum Halse raus, auch wenn es tagsüber, im Berufsalltag, noch immer Spaß machte und ich stetig etwas Neues dazulernen konnte. Sie zeigte dafür Verständnis und gab mir immer mehr Zeit, das was Mütter ebenso tun und wahrscheinlich schon immer getan haben, wenn ihre Kinder überfordert zu sein scheinen oder einfach nicht aus dem Knick kommen.

Mir aber ließ die Umsetzung unseres neuen Reiseblogprojektes einfach keine Ruhe. Schließlich wollte sie nur eine Möglichkeit und keine große Online-Plattform, um ihre tollen Geschichten rund um die Insel Rügen veröffentlichen und mit ihren Lesern teilen zu können. Ich hingegen bastelte schon seit Monaten an einer relativ kleinen Webseite rum, die für unsere Ferienwohnung gedacht war (und bin bis heute noch nicht richtig fertig). Was sollte das bloß werden? Würde unser Blog jemals fertiggestellt sein?

Sie können die Wahrheit doch gar nicht vertragen.

Jack Nicholson in „Eine Frage der Ehre“ ²

Aus Unwissenheit hatte ich beim Bau der ersten Homepage mit dem CMS WordPress noch einige kleine Anfängerfehler begangen und später zahlreiche SEO-Maßnahmen ausgetestet. Die Erstellung und Pflege einer Webseite ist nun einmal ein langwieriger und kontinuirlicher Prozess. Sehr wahrscheinlich ein Prozess, der wohl nie so richtig zu Ende geht. Und das ist auch gut so, darum geht es schließlich, nicht wahr? Genau wie bei diesem Blog. Unsere Community soll doch „organisch wachsen“. Das heißt, die vorhandenen Inhalte werden ständig um neue Blogbeiträge erweitert und ergänzt, so dass stetig neuer und einzigartiger „unique Content“ – in Form liebevoll geschriebenen Texten und tollen Bildern – hinzukommt (so wie zum Beispiel die folgenden Rügenfotografien).

Meine Eltern konnten nur erahnen, wie zeitaufwendig der Lernprozess im Webdesign und SEO sein musste, wie viele Fehler ein unerfahrener Anfänger begehen kann ohne es zu merken und wie lange es dauert bis die durch Unkenntnis verursachten Probleme wieder behoben sind. Nicht naiv, aber dennoch nichtsahnend von dem bereits investierten Zeitaufwand, standen beide mehrmals vor mir und blickten mich immer wieder fragend an, obwohl sie die Antwort doch insgeheim kannten. Weitere Wochen und Monate vergingen.

Doch dann geschah das nahezu Unglaubliche, jedenfalls hatte niemand von uns diese erfreuliche Entwicklung kommen sehen. Das schon fast sommerliche Wetter verschlechterte sich. Die Ostseeluft wurde wieder klarer. Meine Gedanken auch. Ich konnte mich endlich ungestört auf unseren Rügen-Blog konzentrieren. Jetzt bloß keine Ablenkung.

Es ist vollbracht.

Jesus Christus

Wie durch Geisterhand fügten sich plötzlich all meine innovativen Ideen, die mittlerweile zu einem komplexen Paralleluniversum angewachsen waren, zu einer recht klaren Struktur zusammen. Ich war erstaunt. Schlussendlich war es mir gar nicht so schwer gefallen, 95 % meiner Vorhaben zu begraben oder die Einfälle zumindest auf ein zukünftiges Online-Projekt zu vertagen. Viele meiner kreativen Einfälle würde ich bestimmt noch einmal verwenden können. Da war ich mir sicher.

Für solche Gedanken war jetzt der falsche Zeitpunkt, denn immer noch gab es zu viele Menschen, die unterschätzten, welcher Aufwand eigentlich in einem erfolgreichen Blogprojekt steckt – und meine Eltern waren noch immer ein Teil dieser unwissenden Gruppierung.

Ihre Einstellung wird sich aber sicherlich schnell ändern, dachte ich mir. Schließlich werden sie in Zukunft einen Großteil der Artikel beisteuern und mir beim Pflegen der Webseiteninhalte helfen müssen. Sie werden schon sehen und merken, welch Aufwand dahinter steckt. Bald, sehr bald, da war ich mir sicher.

Denn unser Reiseblog über die Insel Rügen ist – am 21. Januar 2018 (erste Fassung stammt vom 1. Juli 2015, Anm. d. Autors) – online gegangen.

Es ist vollbracht.

¹ Wollt Ihr mehr über T. C. Boyle´s Werk erfahren? Die Buchrezensionen der Huffington Post, des Tagesspiegels und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung geben einen ersten, guten Einblick in das Buch.

² Erfahrt mehr über den Film „Eine Frage der Ehre“. Hier geht´s zum Wikipedia-Eintrag oder der Filmkritik von Filmstarts.

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