Ummanz: Im Reich der untergehenden Sonne

Blogger 14. Februar 2018 Juli 12th, 2018 Inselgeschichte(n), Rügen-Blog, Rügen-Urlaub, Sage / Legende, Streifzüge, Ummanz

Winterlicher Streifzug über die Rügeninsel Ummanz

Wintersonne? Was ist daran Besonderes? Nun, alle kennen die blutauslaufenden Sonnenuntergänge warmer Sommernächte zur Genüge. Aber die Wintersonne auf unserer Insel Rügen hat ein ganz einmaliges, besonderes Licht. Ein Edelsteinlicht, sagen die Kenner. Es funkeln Diamanten, Kristalle und Opale über den ganzen Himmel und im Kern, ja, im Kern da glüht das Feuer tiefroter Rubine. Tatsache, das gibt es nur bei uns. Überzeugt euch selbst.

Das wechselvolle Gesicht der Inselküste

Rundherum Ostsee und der Greifswalder Bodden, hier das Flair modernster Badeorte, dort stille Buchten und schilfbewachsenen Innenwieken. Schroffe, hohe Steilküsten und sanfte Wiesen, das alles ist Rügens Küste. Und um den  Inselkern herum, um das Muttland mit der Stadt Bergen und dem Gesundheits- und Verwaltungszentrum liegen die fünf Halbinseln.

Im Norden die Halbinsel Wittow, das Windland. Flache Landwirtschaft und Arkona.

Dann Jasmund, bekannt durch die Kreideküste, die Buchenwälder, durch den Fischerei- und Fährverkehr der Stadt Sassnitz. Im Südosten findet man Mönchgut, das Gut der Mönche, mit  den wundervollen Trockenrasengebieten, sandigen Kliffkanten und den langgestreckten Hövtnasen, die weit in das Wasser hineinragen. Die südlichste vorgelagerte Halbinsel ist Zudar mit dem Gelben Ufer und den abgeschiedenen Bauerngehöften. Sie liegt schon fast Greifswald vorgelagert. Und schließlich Ummanz im Westen von Rügen.

Ummanz – der vergessene Teil der Insel Rügen?

Mitnichten. Hier ist es, wie mit allen versteckten Schönheiten: man muss richtig schauen und sich einlassen auf Entdeckungen. Trotz der kleinen Brücke, die seit 1901 Rügen und Ummanz verbindet, bleibt diese Inselchen die meiste Zeit des Jahres einfach für sich. Wer nach Ummanz kommt, sucht den Inselfrieden und die Ruhe, und er findet reichlich.

Weites, flaches Land, Weiden, Wiesen und Ackerland – soweit das Auge blickt.

Hier kann der Urlauber wandern und Radfahren nach Herzenslust, denn genau dafür eignet sich Ummanz ganz hervorragend.

Drei Dinge machen Ummanz aus:

Backsteinkirche, Vogelrevier und Surfergebiet
Backsteinkirche

Zuerst die kleine Backsteinkirche in Waase mit dem großartigen spätgotischen, geschnitzten und wunderbar gestalteten Altarschrein von circa 1520. Er zeigt Szenen aus dem Leben Thomas Beckets (1118? – 1170), der unter Kanzler Heinrich II. ins französische Exil ging und nach seiner Rückkehr nach England ermordet wurde. 1173 wurde er heiliggesprochen.

Dieser Altar hat eine interessante Geschichte: vermutlich in England angefertigt, wurde er dann an die St. Nikolai-Kirche in Stralsund verkauft, später der Heilig-Geist-Kirche übergeben und schließlich 1708 nach Ummanz geschafft. Ummanz war seit 1360 dem Heilig-Geist-Kloster in Stralsund unterstellt. Wieso dieser Altar ausgerechnet den Weg bis nach Waase auf Ummanz nehmen musste, ist eine besondere Geschichte und sollte vom Wanderer vor Ort recherchiert werden.

Vogelrevier

Zweitens ist die kleine Halbinsel bekannt als Nistplatz zahlreicher seltener Vogelarten und inzwischen weit über die deutschen Grenzen als Kranichrastplatz bekannt.

Dieses beeindruckende Erlebnis aufsteigender Kranichzüge oder Tausender sich zur Rast setzender Vögel entlang der Uferlinie und auf den Wiesenflächen ist einmalig und findet in jedem Jahr mehr Bewunderer.

Surfergebiet

Und drittens ist nicht zu vergessen der Surfspaß im Westen.

Das Surfrevier an der Westseite der Insel ist einfach hervorragend. Dort befinden sich auf einem weitläufigen Areal die Kulturscheune, das Surfhostel mit Bugalows und eine Surfschule.

Dort gibt es junge Musik und alten Whisky, Lagerfeuerromantik und eben diese Sonnenuntergänge, die man nie wieder vergisst.

Oder nur davon träumen kann.

Weil man noch nicht dort war.

Auf Ummanz.

Was denkt Ihr? Schreibt es uns!