Gespräch oder Rat, manchmal aber auch ein Notfall

Aus meiner Berufszeit als Wellnesstrainer sind einige „Patienten“ erhalten geblieben, die mir nach wie vor in Freundschaft verbunden sind, mich in Krisensituationen kontaktieren, oder gar ihre Urlaubstage so organisieren, dass wir uns begegnen können. Manchmal suchen sie einfach nur das Gespräch oder einen Rat, manchmal aber steht ein Notfall vor meiner Tür, ein schräger Rücken schreit um Hilfe und ich muss in Windeseile meine Massageliege aufstellen.

Die meisten Hilfesuchenden aber kommen – und das freut mich ganz besonders – um sich ihren Energiehaushalt wieder reparieren zu lassen, sie suchen das, was eine REIKI–Behandlung geben kann: die Aktivierung der körpereigenen Abwehrkräfte.

Was REIKI kann

Ich mache sie sehr gerne, diese REIKI–Behandlung, ich bin glücklich, auf diese Weise helfen zu können und dankbar für ein unbeschreibliches Gefühl, wenn positive, machtvolle Energie fließen kann. Allerdings ist so eine Begegnung nicht immer ganz unkompliziert, positive Energie bewegt, und wo aufgeräumt wird, entstehen Turbulenzen. Ich kenne das aus vielen unterschiedlichen Situationen und begrüße es sehr. Weiß ich doch, dass diese „Aufräumarbeiten“ nur zum Besten aller Beteiligten ist.

REIKI bewegt

Nun, das Wissen ist die eine Seite, dies in die Praxis umzusetzen, die andere. Und so hatte ich doch ein mulmiges Bauchgefühl, als sich eine „alte“ Bekannte bei mir meldete, eine „Patientin“, deren Symptome auf schwerwiegende Störungen hindeuteten. Natürlich war sie seit Jahren in ärztlicher Behandlung, und selbstverständlich bemühte sie regelmäßig die Schulmedizin, nun aber fehlte ihr das, was eben nur durch eine REIKI-Behandlung gegeben werden kann. Ich wusste, dass würde nicht einfach werden. Mir war klar, dass wahrscheinlich tiefe, seelische Bereiche angesprochen würden und ich rüstete mich, als müsste ich in den Kampf.

Kommt ein Engel geflogen…

Was macht der Seemann bei Windstärke 10? Er beginnt zu beten. Ich dachte, so ein bisschen Beistand von einem Engel könnte nicht schaden. Und so schloss ich, bei den Vorbereitungshandlungen, die nachdrückliche Bitte um einen Engel, mit ein.

Die angekündigte Dame kam, mein flaues Gefühl im Magen leider auch, ich hoffte auf höhere Mächte, konzentrierte mich und machte das Fenster auf…

Und da, ich dachte, ich sehe nicht recht, fliegt eine Schwalbe herbei und setzt sich auf den oberen Fensterrahmen. Direkt neben uns, nur zwei Meter entfernt, und blieb dort sitzen. Verblüfft verpasste ich fast meinen routinierten Behandlungsansatz, ich schaute nur auf diese Schwalbe und dachte: was ist das denn?

Ja klar, was sollte es schon anderes sein, als die verkörperte dringliche Bitte um einen Engel. Da war er, verkleidet als Schwalbe. Mir wurde sofort leicht im Gemüt, eine lächelnde Ruhe machte sich in mir breit und es folgte eine wunderbare, positive Behandlungszeit.

Übrigens saß mein gefiederter Engel im Fenster genau so lange, wie an der Liege gearbeitet wurde. Als ich diese Begegnung abschließen wollte und noch einmal zur Schwalbe im Fenster schaute, schwang sie sich auf und davon. Zurück blieb ein Lächeln im Raum und die Gewissheit, dass es keine Zufälle gibt.

Hülp

Ick glöwt, ik wier krank. Mi ret dat in`t Knick, dei Kopp ded mi weih, dei Hals wier mi dick.

„Verküllung!“, säd Mudder.

„Will Fledertee kaken!“.

„Ach nee – nich sweiten! Min Knick! Min Knaken!“.

Ick güng nah den Dokter. Dor täuwten al väl. Dei Lurstuw wier vull, un vull wier dei Del. Ach, wat för en Jammer! Ein künn nich gahn, dei anner nich kieken, dei drüdd nich stahn. Den einen fehlt dei Näs, den annern en Uhr, twei höllen einen – de had sin dull Tour. Mi gräs`t. Dei Not, ach! Dei Reig güng ik lang Un tasch nah buten. Ik wier nich mihr krank.

W. Zierow Aus: Mecklenburgische Lyrik, Hamburg, Otto Meißners Vlg., (1900)

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